FARBKUPPLER
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Farm & Travel in Island

Mein kleiner Keli ( = der Verschmuste), eines der Lämmchen, die ich mit Flasche aufgezogen habe.

Warum denn nach Island?

Ich musste endlich mal raus aus diesem zu hektischen Leben, in dem die Zeit viel zu schnell vergeht. Ich musste raus aus Deutschland, ich war der Menschen und des Systems überdrüssig...

Für mich war klar, dass ich nicht in ein südliches, also warmes Land reisen werde. Also war die Wahl bei Ländern wie Schweden, Norwegen, Kanada und Island. Ich wollte mehr Natur, mehr Ruhe und weniger Menschen. Was wäre da besser geeignet als ein absolut abgegrenztes Land wie Island. Und da mir Island schon immer gefallen hat (also auf Fotos und in Filmen un d sowas), nicht nur wegen der schroffen Exotik der Natur, sondern auch wegen der Sagas und weil es mich einfach irgendwie magisch angezogen hat. So viel damals meine Wahl auf Island.

 

Wie habe ich die Reise organisiert?

Die geringe Größe des Landes und die noch geringere Bevölkerungszahl waren zwei Gründe für mich mir einen Job zu suchen bevor ich in das Land reise, einfach um ein wenig Sicherheit zu haben. Und es war klar, dass ich auf einer Farm arbeiten möchte, um die Natur den ganzen Tag erleben zu können. So habe ich im Internet recherchiert und bin unter anderem auf die Seite der Organisation Stepin gestoßen, über die ich dann auch einen Job und ein Versicherungs-Paket vermittelt bekommen habe. Vielen Dank dafür an das Stepin-Team für die gute Organisation und Unterstützung.

 

Endlich da!

Im März 2013 landete mein Flieger dann endlich - mitten in der Nacht - in Keflavik. Die erste (halbe) Nacht und den ersten halben Tag habe ich dann in Reykjavik verbracht, es musste noch einiges organisiert werden und die Partner-Organisation von Stepin - Ninukot - hat mir vor Ort damit geholfen. Dann fuhr ich mit dem Bus über die Ringstraße Richtung Selfoss, meiner neuen Heimat für ein Jahr. Durch die Berge bei Hveragerdi zu fahren (und das bei absolut gutem Wetter, was auf dieser Strecke, so musste ich später noch häufiger feststellen, nicht allzu oft vorkommt) war schon ein beeindruckender erster Einblick von diesem Land. In Selfoss hat mich dann die Farmerin abgeholt und wir fuhren in die Weite hinaus, nach knapp 20 Kilometern, als die Schotterpiste begann, sagte sie dann scherzhaft: 'And this is the end of civilisation!'

 

Neuland Farmarbeit

Tags darauf, noch völlig geschafft von der ganzen Reiserei, durfte ich dann schon mal in den Stall schnuppern und die Kühe kennenlernen und das Melken ausprobieren. Danke liebe Branda, dass du mich rangelassen hast, du warst die erste Kuh in meinem Leben, die ich melken durfte und dass es auch sofort geklappt ist auch deiner typisch isländischen Gelassenheit zu verdanken!

Am Nachmittag habe ich dann erstmal einen 'kleinen' Spaziergang unternommen, um die immerhin ca. 100ha Land zu erkunden und natürlich um die Schafe, Hühner und Katzen der Farm kennenzulernen.

Seitdem ist viel passiert auf dem Hof. Eines der schönsten Erlebnisse während der Arbeit waren sicherlich die Lamm- und Kalbgeburten und miterleben zu dürfen, wie die Kleinen langsam, oder besser gesagt rasend schnell groß wurden. Man kann gar nicht anders, als sich mit jedem der wunderbaren Tiere anzufreunden. 

Und Lilja und Palli waren einfach die besten! Es war toll bei den beiden auf dem Hof zu leben und zu arbeiten. Takk fyrir!!!!!!

 

Erkundungstouren und Abenteuer

In den ersten Wochen habe ich mit meinem eigenen kleinen grünen Auto immer nur kleine Touren gemacht, um das Land ein wenig kennenzulernen, mal einen gewaltigen Geysier dort, mal einen tosenden Wasserfall dort, mal einen von meterdickem Schnee bedeckten Vulkan dort. Es wurde mir schnell klar: Dies ist eine ganz andere, ganz besondere Welt. Und ich habe mich gleich in diese Welt verliebt. Die Weite, die Farben, die Luft geben einem das Gefühl, die ganze Welt für sich zu haben. Dieses kalte, klare und karge Land gibt dem Innenleben endlich den Raum, den es in unserem ablenkungsreichen Alltag in der alten Heimat nicht einnehmen konnte. Allzu oft verlor ich mich in der atemberaubenden Natur: dem tosendem Nordmeer, den vielen schönen und gewaltigen Wasserfällen, den majestätischen Gletschern, den romantischen Fjorden, den bizarren Lavawüsten und den blühenden Tälern, der weiten Ebene und den farbenprächtigen Bergketten, den riesiegen Vogelschwärmen an den kilometerlangen Steilhängen.

Dann wurden die Touren länger, mal ein verlängertes Wochenende um Snaefellsness zu erkunden, mal eine Leuchttürme-Besichtigungstour um die Reykjanes-Halbinsel, mal dorthin mal dahin. Dann nahm ich mir zwei Wochen Urlaub, um die Insel im Spätsommer einmal zu umrunden, von Selfoss über Vík, Skaftafell, Höfn, Egilstadir, Husavík, Myvatn, Akureyri, Blönduós, Borganes und wieder nach Slefoss. In dieser Zeit bin ich etliche Kilometer auf wunderschönen Strecken in dieser eindrucksvollen Natur gewandert. Die eindruckvollsten Augenblicke waren für mich die Gletscherwanderung im Skaftafell-Nationalpark und die River-Rafting-Tour in Nordisland. 

 

Verlängerung

Eigentlich wollte ich nur ein Jahr bleiben, aber in diesem Jahr war ich noch nicht ganz fertig mit Island. So verschob ich de Abreisetermin noch etwas nach hinten. Im Monat vor der Abreise machte ich dann nochmal eine längere Tour, diesmal in die Westfjorde hinein und wieder zurück. Wow es war Ende April und die Schneemauern an der einen Straßenseite waren Meterhoch und die Klippen an der anderen Straßenseite Metertief. Ein komisches Gefühl dortlang zu fahren, aber eines, was ich nicht missen möchte. Mehr zu der Tour gibt es hier.

Dann ging es zurück. Aber zuvor gab es noch eine kleine Bus-Tour bis nach Seydisfjördur, um von dort mit der Fähre über die Farör Inseln bis nach Dänemark zu kommen und von dort mit dem Zug zurück in meine Homebase.

 

Island kurz zusammengefasst ;)

Island ist ein Land, in dem man sich fragt, wie viele Bäume ein Wald braucht. Ein Land, in dem man sich gegen den Wind lehnen kann ohne umzufallen, die Straßen einem Wellblech gleichen und es die meiste Zeit zu hell oder zu dunkel ist. Es ist das Land der Saga-Helden, Trolle und Elfen, der Gastfreundschaft und Einsamkeit, der Tradition und des Fortschritts, das Land von Feuer und Eis, die geheimnisvolle Insel im Nordmeer.

 

Tipps für eine Reise nach Island

Also liebe zukünftige Island-Reisende, in den Reisekoffer gehören wetterfeste Kleidung, Badesachen, denn ein Bad in einem der vielen Naturbäder ist Pflicht, und die Kamera, um die unbeschreibliche Natur Islands festzuhalten.

Und probiert das isländische Wasser, egal ob direkt aus einer Quelle, aus einem Fluss, aus einem Wasserfall oder nur aus dem Wasserhahn, es ist eines der besten Wasser der Welt und schmeckt einfach köstlich.

 

Mehr

Mehr über Island findet ihr unter den Island-Seiten und auch in meinem Album 365 Augenblicke.

Hier geht's zur Homepage von Stepin: www.stepin.de

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Letzte Aktualisierung am 07.12.2017

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